Ein Vergleich, wie der Preis, den wir für Kaffee zahlen, mit ihrer Bewertung zusammenhängt (2021-2022)

Streudiagramm „Score vs. Preis“

(Klicken Sie auf den Link und bewegen Sie den Mauszeiger über jeden Punkt, um mehr zu erfahren.)

Wir wurden inspiriert, unsere Preis- und Bewertungsdaten für Kaffee zu analysieren, nachdem wir den 2022 Specialty Coffee Transaction Guide gelesen hatten. Nach einer umfassenden Analyse stellten sie fest, dass nach Berücksichtigung von Losgröße und Qualität bestimmte Länder (insbesondere Ecuador, Panama und Kenia) besonders hohe Preise für ihre Kaffees erzielen. Am anderen Ende der Skala stellten sie fest, dass Kaffees aus Brasilien, Burundi, Tansania und Ruanda verhältnismäßig niedrige Preise erzielen.

Wir fanden diese Daten interessant und haben unser eigenes Diagramm erstellt, in dem wir die Preise ab Lager (der Preis, den wir für Rohkaffee zahlen) mit unseren Cupping-Ergebnissen vergleichen.

Dieses Diagramm zeigt den Preis, den wir für einen Kaffee bezahlt haben, im Vergleich zu seiner „objektiven“ Qualität, ausgedrückt durch die Punktzahl. Man könnte erwarten, dass die Kurven einen Winkel von etwa 45° bilden, was bedeutet, dass der Preis mit zunehmender Qualität (Punktzahl) steigt.

Stattdessen bilden die Diagramme eine relativ flache Linie mit einigen großen Ausreißern. Dies zeigt, dass die Kaffeequalität nicht immer dem Kaffeepreis entspricht. Gründe, warum der Preis eines Kaffees möglicherweise nicht mit seiner Bewertung korreliert, sind:
-höhere Produktionskosten in bestimmten Ländern. Die Produktionskosten können durch Faktoren wie verfügbare Infrastruktur, Lohnkosten, Gelände und Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel beeinflusst werden.

-Produzenten aus Ländern mit langjährigem Ruf für hohe Qualität können höhere Preise verlangen

-höhere Logistikkosten für einige Länder/Käufe

-hohe Import- oder Exportzölle für bestimmte Herkunftsländer. Soziale und politische Faktoren wie Kriege oder Wirtschaftskrisen können sich auf den Kaffeepreis auswirken.

Dies sind keine Gründe, nur Kaffeesorten mit „gutem Preis-Leistungs-Verhältnis“ im herkömmlichen Sinn zu kaufen. Vielmehr glauben wir, dass zur Bestimmung des „Werts“ eines Kaffees mehr als nur die Bewertung beim Cupping herangezogen werden muss. Wir glauben, dass der Kauf von Kaffeesorten aus neueren Kaffeemärkten, wo höhere Produktionskosten (im Vergleich zu Brasilien beispielsweise) zu unverhältnismäßig hohen Preisen führen, einen inhärenten Wert hat. Wenn wir beispielsweise Kaffee aus Timor-Leste kaufen, zahlen wir im Verhältnis zur Qualität einen hohen Preis, weil wir wissen, dass wir mit unseren Einkäufen in die Infrastruktur investieren, was die Lebensgrundlagen und die Kaffeequalität langfristig verbessern wird. Ebenso ist es unmöglich zu erwarten, dass Kaffee aus dem Jemen im Vergleich zu anderen Kaffeesorten preislich konkurrenzfähig ist, da der Bürgerkrieg die Infrastruktur zerstört, die Armut verschärft und die Lieferketten unterbricht.

Zwei deutliche Ausreißer, die Ihnen auffallen werden, sind die Robusta-Kaffees aus Guinea. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass wir gerne einen im Verhältnis zur Qualität sehr hohen Preis zahlen, um ein Projekt zu unterstützen, an dessen soziale und biologische Vielfalt wir glauben.